Kaffeebrot

Beim Warten auf Football im Fernsehen lief letztens „irgendwas mit Essen“. Plötzlich rief der Ingenieur einigermaßen enthusiastisch, ich solle da mal aufpassen, es wird Kaffeebrot gebacken. Natürlich habe ich nicht alles mitbekommen und mitgeschrieben, darum habe ich anschließend im Internet rumgesucht, die Kaffeemenge unserer Kaffeemaschine notiert (120 ml), den Backtopf ausgemessen und dann gerechnet. Und schon ging die fröhliche Rührerei los – also am Folgetag, als unser Brot fast alle war.

Als erstes habe ich 2 Tassen Kaffee aus der Maschine laufen und lauwarm werden lassen. Diese werden mit 240 g (Dinkel)-Mehl und einer Messerspitze Trockenhefe verrührt.

Dann werden in einem Topf die Kernchen angebraten – hier 75 g Kürbis, 75 g Sonnenblume, 40 g Goldlein, 40 g Sesam und 40 g Chia. Wenn es im Topf hüpft und knallt, wird mit zwei weiteren Tassen Kaffee abgelöscht. Vorsicht, das zischt und spritzt etwas.

Beide Töpfe kriegen einen Deckel und schlafen eine Nacht in der Küche.

Am nächsten Morgen werden zusätzlich zum Frühstückskaffee wieder zwei weitere Tassen aus der Maschine gelockt und kühlen ab, während wir ganz in Ruhe vor uns hin knuspern, Kaffee trinken und das Internet leerlesen. Anschließend verschwindet der Ingenieur im Bad, während ich eine Schürze über das Nachthemd werfe und mit dem Brot weitermache. In die große Rührschüssel kommen 560 g Mehl (aus Vorratsgründen halb Weizen und halb Dinkel), dazu kommen 20 g Salz und eine Tüte Trockenhefe minus die Messerspitze von gestern. Das wird kurz verknetet, dann kommt der Inhalt der beiden Töpfe von gestern dazu (siehe Bild unten) und alles wird gut und gründlich verknetet. Ist das erledigt, bekommt die Rührschüssel ein Tuch und darf ruhen, ich gehe mich dann auch mal putzen.

Der Teig ruht, wir machen und auf einen mittelgroßen Spaziergang. Ich möchte die Reste der Migräne abschütteln, der Ingenieur sein verdingstes Gelenk bewegen. Für eine nicht ganz so große Runde haben wir gefühlt ewig gebraucht und der Ingenieur war ziemlich am Limit. Beinahe hatte ich Sorge, ich müsste ihn nach hause tragen, aber wir haben es dann doch noch gut geschafft. Jetzt aber erstmal Pause. Der Teig hat es sich so lange gutgehen lassen und war kurz davor, sich das Haus anzusehen.

Weiter geht es, der Backofen wird ausgeräumt, das Gitter auf die zweite Schiene von unten und darauf kommt der gußeiserne Topf. Anschalten auf 250°C Umluft. Nebenbei habe ich je eine Handvoll von den Kernchen in ein Schüsselchen getan (bis auf den Goldlein, der ist alle)

In der Zeit habe ich den Teig auf die bemehlte Arbeitsplatte gelockt und von der Seite mit dem Teigschaber hochgefaltet, bis er schön rund ist. Ist der Backofen auf Temperatur, wird der Deckel mit dem Topflappen (!!!) auf einem Korkuntersetzer (!!!) geparkt und der Teig wird in den Topf bugsiert. Flott mit der Blumenspritze ansprühen, Kernchen drüberwerfen, Deckel mit dem Topflappen (!!!) wieder drauf und Backofen zu. Nach 10 Minuten bei 250°C wird die Temperatur auf 180°C runtergedreht und wir warten gute 30 Minuten. Jetzt kann der Deckel runter (wie oben, mit Topflappen und Korkuntersetzer) und das Brot bleibt noch so 10 Minuten im Ofen.

So jetzt aber, Topf aus dem Backofen, Brot aus dem Topf und rauf auf ein Gitter. Es duftete jetzt schon herrlich nach Brot und Kaffee und ich kann euch sagen, das Warten aufs Anschneiden war ganz schön schwierig.






14 Gedanken zu “Kaffeebrot

  1. Das hört sich super interessant an (alles mit Kaffee kann nur gut sein). Nee, jetzt mal im Ernst, es sieht auch gut aus. Ich muss mir wohl doch einmal so einen Topf anschaffen. Bisher habe ich immer improvisiert, aber es wird eben doch besser mit einem richtigen Deckel.

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  2. Kaffee? Brot? Absolut meins. Backen? naja, wenn es muss…. Aber für ein Kaffeebrot, welches so verlockend klingt und so wunderbar in seiner Zubereitung beschrieben wird, detailliert, liebevoll, fürsorglich, behutsam und mit einerm unsichtbarem Augenzwinkern im Text, muss es absolut grandios sein, sich diesem Rezept zu widmen. Wenn es denn dann gelingt, umso schöner. Daaaanke. Welchen Topf sollte ich idealerweise nehmen? Welche Alternativen zum Backgefäß gibt es?

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  3. Hallo Ilka,
    über Umwege bin ich auf Dein Kaffebrot und Deinen Blog gestoßen und musste schon ordentlich schmunzeln. Das Kaffebrot werde ich demnächst einmal ausprobieren. Allerdings ohne Topf. Mal schauen, ob es auch so klappt. Wollte ich eigentlich schon viel früher machen, hatte aber so viel mit meiner eigenen Website zu tun, die ich mit „meinen drei Männern“ betreibe. Wir feiern gerade Jubiläum: 1 Jahr Mursbuch! Vielleicht schaust Du ja auch mal rein (https://murksbuch.wixsite.com/murksbuch).
    Ansonsten: mach´ weiter so! Liebe Grüße aus einer anderen Ecke von Brandenburg, Marie

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