Malermittach – Pane Rustico mit Rührei

Um euch zu trösten, auch unser Urlaub ist abgesagt worden. Wir wären gern wieder nach Norwegen gefahren, aber das geht momentan nicht. Und so sehr wir es verstehen, traurig sind wir doch. Als Ausgleich (haha) haben wir das Arbeitszimmer renoviert. Einmal komplett Tapete runter und Fußboden raus. Was wir nicht ahnten (bzw. komplett verdrängt hatten) – Streichen ist viel schlimmer als Laminat herausreißen. Echt wirklich. Und so hatten wir bereits nach der ersten Schicht Farbe eine Ganzkörpermuskelkater vom Feinsten. Und Hunger. Darum habe ich das Vorbereiten der Mittagspause übernommen, der Ingenieur hat noch die große Fläche fertiggemacht.

Das Essen war ein Pane Rustico mit Rührei. Das Rührei erkläre ich euch nicht – das war nach Oma in die Pfanne geschlagen, Salz drüber und immer mal übergehoben.

Da fällt mir ein, dass bei Oma fast immer ein Tellerchen mit Rührei in der Speisekammer stand. Ulkigerweise immer auf der Höhe, die für mich gut erreichbar war.

Das Brot war natürlich schon vorbereitet, das war eine längere Aktion. Gebacken habe ich nach dem Buch „Die besten Brotrezepte für jeden Tag“ von Lutz Geißler, das ich vor Ewigkeiten aus der Bibliothek entliehen habe und bisher nicht zurückgeben konnte. Und das, obwohl Rückgabe mit Backprobe ausgemacht war. Na mal sehen, was das noch wird. 

An Tag 1 werden 530 g Weizenmehl, 55 g Weizendunst*, 4 g Hefe**, 13 g Salz, 13 g brauner Zucker und 280 ml lauwarmes Wasser von der Küchenmaschine verknetet. Tuch über die Schüssel und warten. Nach 20, 40 und 60 Minuten wird der Teig gefaltet, dann Folie und Teller auf die Schüssel und ab in den Kühlschrank damit.

Das bleibt jetzt dort zwei Nächte lang (jawoll). Der Teig hat enorm zugenommen und war wirklich kurz davor, die Herrschaft im Kühlschrank an sich zu reißen. Hilft ihm aber alles nix, denn jetzt muss er raus und auf die bemehlte Platte. Es werden drei Portionen abgestochen und aufgerollt.

Wer es schafft, zieht die Haut an den Seiten zur Mitte drüber, so dass ein langer straffer Teigling das Ergebnis ist.

Hat bei mir nicht so ganz geklappt, die bekommen trotzdem ein Tuch und dürfen eine Stunde ruhen.

Die Bäckerin ruht auch und trinkt mit dem Ingenieur einen Kaffee.



Nach der Stunde werden aus zwei Portionen lange brotähnliche Dinger geformt. Eine Partie habe ich in vier Stücke geteilt. Und wieder Tuch drüber und ruhen.

Nach einer Stunde heizen wir den Backofen so richtig auf 250°C und platzieren einen Topf mit heißem Wasser unten im Backofen.

Schwieriger ist, die Teiglinge jetzt auf das Blech zu bekommen, irgendwie klappt auch das.

Gebacken wird ca. 20 Minuten, dann abkühlen lassen und essen. Auf dem Foto fehlte schon eins. 

Schmecken tun die Brot wirklich gut, aber ob ich diesen Aufwand noch einmal treiben möchte, überlege ich mir noch. Die Menschen in der Bibliothek müssen selber backen. 






*eigentlich 60 g Weizenvollkornmehl, das war aber nicht da. 
**diese Turbohefe vom großen Block, die ich diesmal wieder anstelle von Trockenhefe verwendet habe

6 Gedanken zu “Malermittach – Pane Rustico mit Rührei

  1. Super sieht das aus. Das werde ich mit Sicherheit probieren, auch wenn es lange dauert. Es gefällt mir, dass da kein Sauerteig und nur wenig Hefe drin ist. Das Mischbrot, das ich backe ist auch ein mindestens 12 Stunden gehen Brot. Es zahlt sich aus. Ich finde diese Art Brot viel bekömmlicher für den Magen. In meinem Alter zählt das … 😉

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