Die kannst du echt nicht alleine lassen

Das denkt sich der Ingenieur wohl so manches Mal, wenn er nach Hause kommt und ein kreatives oder kulinarisches Experiment vorfindet. Das vorletzte Mal war es, dass ich den Schreibtisch repariert habe, als er auf Dienstreise war.

Und dabei hab ich nicht mal Strippe und Mauerstein genommen, wie das traditionell in meiner Familie üblich wäre, sondern mit Tennisbällen und Holzklötzchen gearbeitet. Und ich habe alle Richtlinien des Arbeitsschutzes beachtet und den Tisch auf Sofakissen abgesenkt. Alles nur, weil die ursprünglich montierten Rollen so nach 15 Jahren aufgegeben haben und nur noch krümelten. Das ist ein Provisorium – ich vermute, das wird auch 15 Jahre durchhalten.

Der Blick gestern auf das pinke Brot war mindestens genauso. Ja, richtig pink – nicht nur so bissel. Guckt mal der ungebackene Teig, das ist doch einfach großartig. Eigentlich hätte der Ingenieur das auch vorhersehen müssen, denn beim vorvorletzten Footballspiel der Saison (er hat zwei verpasst wegen der Dienstreise) sahen wir im Stadion leicht rosafarbene Burgerbrötchen. Eine interessante Optik sage ich euch. Und damit war doch eigentlich sonnenklar, dass ich das auch probieren muss, oder?! Alles nur eine Frage der Zeit. Und es war total einfach.

Basis war das Rezept von hier, wobei ich das Wasser durch den Saft von roter Bete (gibt es so zu kaufen) ersetzt habe. Wir starten wieder einmal damit, dass wir uns eine Schürze umbinden, denn der Saft kleckert garantiert.

Dann werden 300 ml Saft in einem größeren Gefäß ein bissel erwärmt (gern in der Mikrowelle) und dann mit 1 EL Zucker und einem Päckchen Trockenhefe verrührt. Das darf jetzt kurz warten, bis ich die Waschmaschine angestellt und einen Kaffee getrunken habe. Huch, da ist schon ganz schön viel los im Becher.

Als nächstes werden 500 g Mehl (bei mir halb Weizen und halb Dinkel), 1 TL Salz und der rote Hefeansatz gut verknetet. das soll auch ein richtiger Teigklops werden. Falls nötig, einfach Mehl dazugeben – das waren bei mir nacheinander 3 EL. Der Teig kommt nun auf Backpapier in den Topf und mit einem Tuch drüber wandert alles bei 50°C für 40 Minuten in den Backofen – hier keine Umluft, sonst erschreckt sich die Hefe. Ich habe die Zeit für den Hausputz genutzt und das Erdgeschoß einmal durchgewischt. Ist nicht so spaßig, muss aber auch ab und zu mal sein.

Nach 40 Minuten kommt der Teig wieder in die Knetschüssel und wird noch einmal durchgeknetet. Noch einmal kurz in Mehl wälzen (also den Teig) und ab in den Topf damit – die knautschige Seite unten. Jetzt kann der Deckel auf den Topf, alles in den Backofen und die Hitze wird auf 200°C gestellt. Und ich sage euch, die 45 Minuten Wartezeit bis der Deckel runter kann, sind ganz schön lang. Ich habe mich mit SOKO Potsdam abgelenkt, so war das auszuhalten.

Das Brot darf jetzt noch 10 Minuten ohne Deckel weiterbacken und kommt dann aus dem Backofen. Diesmal habe ich es auch nicht ausgehalten zu warten, sondern habe das Brot noch warm (heiß) aus dem Topf gefriemelt und angeschnitten. Ist das nicht schön geworden?! Lustigerweise schmeckt das Brot ein bissel süßlich, mehr als ich erwartet habe und passt hervorragend zu gesalzener Butter. Ach ja, und ich muss mir jetzt noch überlegen, was ich mit den restlichen 200 ml rote Bete Saft mache.

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12 Gedanken zu “Die kannst du echt nicht alleine lassen

      1. Wenn rote Beete nur nach Erde schmecken würde… ich finde immer, die schmeckt so, wie es im Keller meiner Großeltern gerochen hat. Aber wenn man Nudeln mit roter Beete färbt, haben die ja auch keinen besonderen Eigengeschmack…

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